Weitwinkel

Weitwinkelobjektive mehr Durchblick

Beim Umgang mit Linsen, wie sie zum Beispiel in Fotoapparaten oder Ferngläsern enthalten sind, sollten besonders die verschiedenen Brennweiten zu beachtet werden. Die Brennweite steht im direkten Zusammenhang mit der Bildgröße; so wird bei abnehmender Brennweite des Objektivs der Bildwinkel des Gegenstandes immer größer.

Da die Lise nun eine weitere Fläche abbilden kann, erscheint der Gegenstand jedoch kleiner.
Gemeinhin nimmt die Größe des Objektivs entsprechend der Brennweite zu. So hat ein Standartteleobjektiv eine Brennweite von 135 mm bis 200 mm, ein Normalobjektiv ca. 50 mm und ein Weitwinkelobjektiv eine Weite von ca. 28 mm.
Das Weitwinkelobjektiv hat dabei den größten Bildwinkel, der über das natürliche Empfinden des Auges hinaus geht. Mit Hilfe eines solches Objektivs kann ein größeres Umfeld als mit einem sogenannten Normalobjektiv abgebildet werden, jedoch erscheint das Motiv kleiner auf der Kamera. Also wird der Bildmaßstab durch einen Weitwinkel -bei der gleichen Entfernung zum Gegenstand- vermindert. Des Weiteren entsteht hierdurch die -für Weitwinkel typische- effektvolle Schärfentiefe. Diese individuelle Darstellung von räumlicher Tiefe gilt als charakteristisch für Weitwinkelobjektive.

Weitwinkelobjekte werden anhand ihrer Brennweite und Verwendung in drei verschiedene Kategorien gegliedert:

Reportage- oder auch gemäßigte Weitwinkelobjektive, deren Weitwinkelwirkung stark eingeschränkt, die Schärfentiefe jedoch höher als bei Standartobjektiven ist. Daher werden diese oft in der Reportagefotografie eingesetzt. Ihre Brennweite liegt zwischen 28 und 40 mm, ihr diagonaler Bildwinkel beträgt dabei zwischen 63
° und 75
°.

Superweitwinkelobjektive (SWW) oder Ultraweitwinkelobjekte (UWW) mit einem diagonalen Bildwinkel über 80
°. Durch die kennzeichnenden Verzerrungen dieser Brennweiten erzielen diese Objektive z.B. in der Naturfotografie eine besondere Wirkung.

Fischaugenobjektive (engl: Fisheye), diese sind eine spezielle Form des Superweitwinkelobjektivs. Ihre prägnanteste Eigenschaft ist das nach außen Biegen von geraden Linen (die nicht durch den Bildmittelpunkt führen, so dass das Gefühl einer Wölbung des Gegenstandes entsteht. Dabei kann partiell sogar ein Bildwinkel von über 180
° erreicht werden. Dies ist bei SWW und Normalobjektiven nicht möglich. Die Brennweite eines Fischaugenobjektivs liegt bei unter 20 mm und legt gleichzeitig auch den Abbildungsmaßstab fest. Hat ein Fischaugenobjektiv die gleiche Brennweite wie ein SWW, so hat es in der Bildmitte auch den gleichen Abbildungsmaßstab.