Mond

ein Blick auf unseren Trabanten

In unserer technik-orientierten Zeit blicken wir weder furchtsam noch romantisch-verklärt auf den Mond, wie frühere Generationen. Seit der ersten Mondlandung von 1969 wurden weitere Geheimnisse des Erdtrabanten entschlüsselt, dennoch kann sein Anblick bis heute bezaubern. Schon mit bloßem Auge sind dunkle und helle Strukturen auf der Mondoberfläche zu sehen. Bereits mit einem Fernglas, besser noch im Teleskop, lassen sich Einzelheiten deutlich erkennen, z.B. Mondkrater
€“ eine Folge von Asteroideneinschlägen in der Frühzeit des Erdtrabenten vor 4,2 bis 3,2 Milliarden Jahren. Am bekanntesten sind die Krater Archimedes im Mare Imbrium, Tycho südlich des Mare Nubium und Kopernikus zwischen Imbrium und Nubium. Diese beiden - Regen- und Wolkenmeer - verdienen wie die fünf anderen großen Mondmeere eine genauere Betrachtung. Frühe Astronomen irrten in der Annahme, es würde sich um ehemalige Meere handeln. Die kreisförmigen Tiefebenen entstanden ebenfalls durch Asteroiden-Impakt als der Mondmantel noch flüssig war. Die Lava erstarrte und bildete dunkle Basaltschichten im Innern der Becken.

Am besten erkennt man die Oberflächenstrukturen zwei bis drei Tage nach Halbmond. Dann wirken sie durch den flachen Lichteinfall weitaus plastischer und der Mond tatsächlich dreidimensional. Bei Vollmond dagegen erscheint er als Scheibe, die Mondoberfläche kontrastarm und das grelle Licht blendet. Teleskopbesitzer schaffen Abhilfe durch einen speziellen Neutralglas-Filter. Im vollen Mondlicht bieten die Krater Kopernikus, Kepler und Tycho mit ihrem hellen Strahlenkranz einen faszinierenden Anblick. Selbst die Abende kurz vor oder nach Neumond haben ihren Reiz. Das von der Erde reflektierte Sonnenlicht lässt neben der schmalen Mondsichel die vollständige Scheibe als aschgraues Mondlicht erkennen. Schon durch ein Fernglas wirkt diese dunkle Mondkugel besonders plastisch. Für intensivere
€žMondspaziergänge
€œ z.B. durch den Ozean der Stürme benötigt man jedoch ein Teleskop, um Gebirgszüge, Ringwälle, Täler und Rillen zu entdecken. Oceanus Procellarum ist der größte Lavasee und mit 2,1 Mio Quadratkilometern fast so groß wie unser Mittelmeer.

Absoluter Höhepunkt wohl für alle
€žMondsüchtigen
€œ ist eine Verfinsterung des Erdtrabanten, wenn dieser nach Eintritt in den Kernschatten der Erde in fahlem Rot leuchtet. Ausgerechnet Silvester 2009 darf man sich auf eine partielle Mondfinsternis freuen. Vielleicht ein guter Grund für die Anschaffung eines Teleskops oder den Besuch einer Sternwarte. Es gibt öffentliche und private Einrichtungen. Alle bieten im aktuellen
€žJahr der Astronomie
€œ ein interessantes Programm und Beratung dazu, welcher Teleskoptyp mit welchen Linsen für den Hobbyastronom geeignet ist.