Die Entwicklung des Telefons in Deutschland

Heutzutage gibt es beinahe in jedem Haushalt einen Festnetzanschluss und ein Telefon zu haben, ist inzwischen fast schon eine Selbstverständlichkeit. Mit schnurlosen Telefonen können wir uns heute sogar während des Telefonierens frei umher bewegen und innerhalb eines bestimmten Radius sogar das Haus verlassen. Für viele von uns ist ein Leben ohne Telefon kaum noch vorstellbar. Doch wann wurde das Telefon eigentlich erfunden?

Über 90 Prozent der deutschen Haushalte verfügen gegenwärtig über einen Telefonanschluss. Dank hoch entwickelter Telefonnetze ist das Telefonieren heute nicht nur reibungslos möglich, sondern dank spezieller Telefonapparate können inzwischen auch Sehbehinderte und ältere Menschen ohne Probleme über das Telefon kommunizieren. Moderne Telefonanlagen werden vor allem von Unternehmen für die interne und externe Kommunikation genutzt.

Aufgrund von Flatrates sind die Kosten für die Nutzung des Telefons inzwischen sehr überschaubar geworden und so kann man bei den gängigen Anbietern für einen monatlichen Pauschalpreis innerhalb der Bundesrepublik rund um die Uhr im Festnetz kostenlos telefonieren. Doch wo liegen die Wurzeln des Telefons?

Wer hat's erfunden?

In der Telefongeschichte wird als Erfinder des Telefons meistens Alexander Graham Bell genannt. Tatsächlich waren an dieser Erfindung jedoch mehrere Personen beteiligt. Denn bereits vor Bell gab es einen ersten Telefonapparat, welcher von dem deutschen Physiker Johann Philipp Reis konstruiert worden war. Der Physiker Reis bastelte bereits im Jahr 1860 eine Telefonvorrichtung. Er konnte mit diesem Apparat bereits Telefonate führen, jedoch war mit dem Gerät nur ein einseitiges Gespräch möglich, da die Leitung nur in eine Richtung übertrug.

Im Jahr 1876 entwickelte der Wissenschaftler Bell dann schließlich seinen ersten Telefonapparat, der eine beidseitige Kommunikation zweier Gesprächspartner ermöglichte. Diesen Apparat ließ sich Bell patentieren. Besonders hohen Komfort während des Gesprächs konnte Bells Telefonapparat jedoch noch nicht bieten, weil der Lautsprecher und das Mikrofon in einem einzigen trichterförmigen Handstück vereint waren, welches abwechselnd zum Hören an das Ohr und zum Sprechen an den Mund gehalten werden musste.

Erste Fernsprecher in Deutschland

In Deutschland wurde das Telefon im Jahr 1877 unter der Bezeichnung "Fernsprecher" eingeführt. Im Oktober des Jahres führte der Berliner Genralpostmeister Heinrich von Stephan mehrere Versuche mit Bell-Telefonen durch und konstruierte eine zwei Kilometer lange Telefonverbindung. Anders als es in der heutigen Zeit üblich ist, konnte man in der Anfangszeit jedoch den gewünschten Gesprächspartner nicht anrufen. Die Verbindung zum Gesprächspartner wurde im Fernsprechamt hergestellt durch das manuelle Umstecken der Telefonleitungen. Im Jahr 1883 begann in größeren Städten dann schließlich die flächendeckende Verlegung von Telefonleitungen, die im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte freigeschaltet wurden. 1936 existierten im heutigen Bundesgebiet bereits mehr als 6.600 Ortsnetze mit mehr als 3,39 Sprechstellen.