Berühmte Astronomen

Die Astronomie, wie wir sie heute kennen, war vor einigen Jahrhunderten noch eine gänzlich neue Wissenschaft. Manche Naturvölker, wie etwa die Azteken in Südamerika, hatten schon vor tausend Jahren hervorragende Methoden entwickelt, um den Lauf der Planeten, der Sterne oder der Kometen zu dokumentieren und zu beobachten, während die europäische Himmelsbeobachtung noch in den Kinderschuhen steckte. Auch die Chinesen hatten schon lange vor den Europäern damit begonnen, den Himmel zu beobachten und die Abläufe der Gestirne zu protokollieren. Trotz dieser herausragenden Leistungen gelten heute die europäischen Astronomen und Gelehrten als die Väter der modernen Himmelsforschung.

Während moderne Sternwarten und Planetarien heute eine High-Tech Austattung zur Verfügung haben, wie etwa modernste Drucker, die mittels Etiketten Zebra in Sekundenschnelle Ausdrucke von Messdaten anfertigen können, oder ein Strichcode System zur Ablage und Archivierung von wichtigen Formularen oder Berichten haben, mussten frühere Forscher mit einfacheren Mitteln auskommen.

Mit einem davon, der als einer der berühmtesten gilt, soll sich dieser Beitrag befassen – Johannes Kepler.

Keplers Leben

Johannes Kepler wurde am 27. Dezember 1571 in der heute zu Baden-Württemberg gehörenden Stadt Weil geboren. Kepler entstammte einer ursprünglich sehr wohlhabenden Familie, so war sein Großvater beispielsweise Bürgermeister von Stuttgart gewesen. Als Johannes Kepler geboren wurde, kämpfte sein Vater, der Kaufmann war, ums wirtschaftliche Überleben, später sollte seine Mutter gar der Hexerei bezichtigt werden. Kepler war eine Frühgeburt und deshalb immer etwas krank und schwächlich, weswegen ihm ursprünglich keine großen Chancen im Leben eingeräumt wurden. Da seine Mutter und Bekannte der Familie schon früh sein Talent für die Wissenschaften, insbesondere im Bereich der Mathematik, erkannten, wurde es ihm ermöglicht, ab dem Jahr 1589 ein Studium aufzunehmen.

Kepler studierte am evangelischen Stift Tübingen unter anderem Mathematik, evangelische Theologie, Astronomie und Astrologie. Einer seiner Professoren war der unter Astrologen sehr bekannte Michael Mästlin. Dieser war Anhänger des heliozentrischen Weltbildes, ein sogenannter Kopernikaner, was in der damaligen Zeit absolut keine Selbstverständlichkeit war. Mästlin überzeugte Kepler von seiner Ansicht, wonach die Erde nicht Mittelpunkt des Universums sei, was hunderte Jahre geglaubt wurde, sondern die Sonne.

Keplers Karriere

Eigentlich wollte Kepler evangelischer Pastor werden, nahm jedoch nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1594 eine Stelle als Mathematik Professor an der evangelischen Stiftsschule in Graz an. Da die Gegenreformation in Österreich jedoch immer mehr an Boden gewann, war Kepler gezwungen, im Jahr 1600 Graz zu verlassen und nach Prag zu gehen.

Prag, das damals zum deutschen Reich gehörte, bot Kepler ideale Bedingungen, um in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls sehr bedeutenden Tycho Brahe seine ersten wissenschaftlichen Werke abzufassen. Als Brahe 1601 starb, wurde Kepler zum Hofastronomen ernannt, er hatte diesen Posten während der Regierungszeit von Kaiser Rudolf II., Mathias I. sowie Ferdinand II. inne. Kepler hatte unter anderem die Aufgabe, die Horoskope für den jeweiligen Herrscher zu erstellen. Außerdem fertigte er die sogenannten Rudolfinischen Tafeln an, mit denen die Planetenbewegungen unserer Milchstraße vorausgesagt werden konnten. Als Ferdinand II. im Jahre 1612 starb, musste Kepler Prag aufgrund der religiösen Spannungen verlassen, zumal hatte er mit dem Tod des Kaisers seinen Schutzherren verloren.

Kepler nahm schließlich eine Stelle als Landvermesser im heute oberösterreichischen Linz an. Diese Stelle bot ihm und seiner Familie ein bescheidenes Einkommen. Mehrere Versuche, eine Professorenstelle, etwa in Tübingen, zu erlangen, scheiterten daran, dass Kepler das heliozentrische Weltbild vertrat und damit von Aristoteles Lehrmeinung und der damals herrschenden Lehre abwich.

Keplers Vermächtnis

Kepler verfasste während seines wechselhaften Lebens viele bedeutende Werke und grundlegende Theorien, neben den oben ernannten Rudolfinischen Tafeln sind etwa seine Aufzeichnungen zu den Bewegungen der Planeten als Grundstein der modernen Astronomie zu nennen. Zahlreiche Bücher und Schriften von Kepler galten noch Jahrhunderte nach seinem Tod als Standardliteratur für junge Astronomen. Die Universität Linz (Österreich) trägt den Namen „Johannes Kepler Universität Linz“ und zollt damit einem berühmten ehemaligen Bewohner der Stadt ihren Tribut.